"müssen wir eine Art Doppelstrategie anwenden"

Leider gehen in der allgemeinen Streik-Stimmung die Fragen der weiteren Bahn-Privatisierung unter, genauso wie die kürzlich aufgetauchten Nachrichten über die Verstrickungen von DB AG und Gewerkschaften. Die durchaus berichtigten Lohn- und Gehaltsforderungen überdecken das vollständig.

"... inzwischen hat Mehdorn die Gewerkschaften überfordert ...", heißt es zwar bei Nikolaus Noll in seinem Kommentar auf Seite 1 für "Die Welt" unter dem Titel "Zorn auf Mehdorn", aber zielt natürlich in eine andere Richtung.

Gerade hat Mehdorn ja bezgl. Streik eingelenkt und alle 3 Gewerkschaften zu einer neuen Verhandlung am Donnerstag eingeladen. Und sein Partner-Spiel mit Norbert Hansen auf anderer Ebene weitergeführt.

Über dieses Spiel war gestern übrigens in der Financial Times Deutschland (02.03.07)zu lesen, daß Hansen schon seit 2005 diverse Strategien plant und ausprobiert: „Bezüglich der Erweiterungsmöglichkeiten müssen wir eine Art Doppelstrategie anwenden. Zunächst defensiv gegenüber Verdi und anderen Konkurrenten, um ungestört in den bestehenden Nischen vorzustoßen (Konzerntöchter, Europäische Verkehrsunternehmen und deren Töchter et cetera)“. Das schrieb er in einem Strategiepapier, und: „Bestehende Regeln nicht mehr zu akzeptieren oder neue Regeln im DGB durchzusetzen.“

Wie wird der nächsten Akt in diesem Spiel eröffnet?

5 Comments:

  1. Anna Wolter said...
    das Streiken für bessere Bezahlung angesichts der Budget-Höhenflüge der Bahn verstehe ich gut! Wie aber wollen sich die Bahn-Beschäftigten dieser scheinbaren Vetternwirtschaft in den oberen Etagen gegenüber verhalten?
    Renate Ruch said...
    "Selten hat ein Gewerkschaftschef so klar für die Interessen eines Unternehmensführers geworben wie Hansen." Das steht in der FAZ heute. Über unseren Vorsitzenden Norbert Hansen. Da wurde ich doch ein wenig stutzig. Meinungsmache oder Realität? Hier der ganze Artikel:

    http://www.faz.net/s/Rub560251485DC24A
    F181BBEF83E12CA16E/
    Doc~E1129C714AC8C40F3A6677EA1084268A2~
    ATpl~Ecommon~Scontent.html
    sonhals said...
    von hansen koenen wir lernen in einer sache: doppelstrategie. dass ist das was wir brauchen. alle welt schreibt von unserer forderung ueber 31%. was damit wirklich gemeint ist, sagt niemand. die 4 prozent fuer die tarifgemeinschaft: selber schuld, wenn ihr das annehmt!
    sonhals said...
    sind sogar nur 3,4 prozent auf 24 monate. bei den tarifverhandlungen. wahrscheinlich lassen sie sich mit den 450 euros kriegen, die sie einmal bekommen und dann verleiern sie ihren job in 2 jahren.
    Anonym said...
    Bereits heute pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass der Tarifabschluss von TRANSNET/GDBA 4,5% betragen wird. Das ist zwischen Mehdorn und Hansen bereits ausgemacht, die "Verhandlungen" und "Warnstreiks" von TRANSNET/GDBA sind eine Farce! Ich gehe jede Wette ein, dass zum a.o. TRANSNET-Gewerkschaftstag am 11.07.07 ein Ergebnis vorliegen wird, mit dem Hansen sich erst mal sehen lassen kann! 4,5% wäre das beste Tarifergebnis dieses Jahres! Aber: 1. In den letzten Jahren hat TRANSNET immer die schlechtesten Entgelttarife hingelegt! 2. Ich wäre nicht überrascht, wenn dafür noch eine Stunde länger gearbeitet werden muss! Bliebe also real weniger als 2% und mit der Berücksichtigung der Preissteigerung bedeutet dies Null mehr pro Stunde. Das wäre genau die Politik, die Sarkozy in Frankreich durchsetzen will: die Förderung längerer Arbeitszeiten! Und 3. Mit der Privatisierung, Hansens von Mehdorn gestellte Hauptaufgabe, werden Lohnsteigerungen sowieso der Vergangenheit angehören. Höchstens noch Dividenden von Mitarbeitaktien. Dann machen sich die KollegInnen gegenseitig Stress. Sehr schnell wird es heißen: Können wir es uns noch leisten, die KollegInnen im Dienstleistungsbereich und auf Nebenstrecken und die, die bereits jetzt bei DB JobService sind, weiterhin im Unternehmen zu haben? Das mindert ja meine Dividende! Wir sollten uns von Hansens Einseifmanöver also nicht täuschen lassen, sondern sollten über den Tag hinaus denken und uns immer wieder vor Augen führen: Er hat uns nicht gefragt, diesen Weg zu gehen! Es wird höchste Zeit, ihn nächste Woche auf dem Gewerkschaftstag zu stoppen!

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